OZ. - Graffiti-Künstler. Schmierfink. Rebell

DOKUPODCAST

Zwei Jahrzehnte lang geht der Graffiti-Sprayer OZ – bürgerlich Walter Fischer – jede Nacht raus und »macht Hamburg bunter«, wie er sagt – oder, wie andere urteilen: Er verschandelt die Stadt. Immer wieder wird er verprügelt. Und immer wieder verurteilt, insgesamt zu mehr als acht Jahren Gefängnis. Doch OZ macht immer weiter, am Ende stirbt er als Künstler. Was war sein Antrieb? Kai Sieverding und Sven Stillich begeben sich auf die Suche nach dem Menschen hinter der Sprühdose und finden ein Leben, das geprägt ist von Extremen. (aus der ARD Audiothek)


VON DER IDEE BIS ZUR SERIE

OZ war für mich schon immer da. Für mich schon immer ein Teil des Hamburger Stadtbilds und eine Legende. Und ich wusste das, was man eben so über OZ wusste:


Zwei Jahrzehnte lang geht der Graffiti-Sprayer OZ – bürgerlich Walter Fischer – jede Nacht raus und »macht Hamburg bunter«, wie er sagt – oder, wie andere urteilen: Er verschandelt die Stadt. Immer wieder wird er verprügelt. Und immer wieder verurteilt, insgesamt zu mehr als acht Jahren Gefängnis. (…) (aus der ARD Audiothek)

Und als dann vor zwei Jahren mein “Lieblingssmiley” verschwand, wollte ich mehr wissen. Wer war OZ- und was hat ihn angetrieben? Ich begann zu recherchieren, mich einzulesen, durch Webseite City of OZ” zu wühlen, die frei zugängliche Publikation “Free OZ” dort zu lesen und immer tiefer in die Geschichte von Walter Fischer einzutauchen.


Und dann war da auf einmal diese Ausstellung: “Eine Stadt wird bunt im Museum für Hamburgische Geschichte. Die Geschichte des Hamburger Graffiti von 1980-99. Dazu gab es einen sehr zu empfehlender Bildband - inkl. OZ Artikel von Lars Klingenberg und Kathleen Göttsche. Und es gab diesen Abend: Einen Talk über OZ und sein Erbe, was er der Stadt hinterlassen hat. Ein toller und informativer Abend. Und für mich ein Riesenglück: Ich konnte alle Speaker:innen danach anschnacken und um ein Interview bitten. Und einer von ihnen war Sven Stillich. Er hat schon zu OZ recherchiert, ihn kennengelernt und 2013 einen Text* über ihn geschrieben. Klar, wollte ich auch mit ihm sprechen. Wir haben uns dann ein paar mal getroffen und es dauerte nicht lange, dass wir uns entschieden, das Ding gemeinsam zu rocken. Und das war gut. Weil wir uns gut ergänzt haben.


Über ein Jahr haben wir recherchiert, uns tief in die Archive der ARD gegraben und mit Zeitzeug:innen und Weggefährt:innen gesprochen. Dann haben wir uns mit einem riesigen Berg an Material eingeschlossen und diese Serie gebaut. Kill your Darlings war einer der härtesten Learnings in diesem Projekt. Aber es ist gut geworden: In fünf Folgen erzählen wir die Geschichte von Walter Josef Fischer alias OZ.


*Für diesen Text hatte Sven damals auch Walter Fischer interviewt und aufgenommen. Wie in der Serie erzählt - Ein Schatz! Es gibt nur super wenig Material, an das wir auch nicht heran gekommen sind. Hier ein paar Links zu Videos, in denen man OZ auch hört: Vocativ, OZM-TV, OZ Short Documenty


SOUND UND SOUNDTRACK

Wie klingt diese Suche in dieser Stadt? Schnell war uns klar, wir wollen mit einer Erzählerin arbeiten. Der Einstieg: “Es ist neblig in Hamburg, die Elbe steht tief.” (Erste Szene Folge 1) schrie förmlich danach und wir waren froh, dass wir Melina von Gagern dafür gewinnen konnten. Sie übernahm auch die Rolle, die ich als “Host” nicht übernehmen konnte. Dinge zu wissen - Svens und meine Reise zu erzählen.


Und sonst? Wie klingt eine neblige Stadt am Hafen mit suchenden Protagonisten? Nach Trompete - ganz klar! Und die hat Philipp Püschel mitgebracht. Und im Gepäck hatte er einen ganz wunderbaren Soundtrack, den er für diesen Podcast komponiert hat.


Ich durfte seine Sachen wiederum samplen, Beats daraus basteln, sie auf Skript und Szenen timen - und war dadurch in der Regie musikalisch super flexibel. Es war eine total angenehme Zusammenarbeit.


Credits:


Skript, Sound und Regie: Kai Sieverding

Skript, Recherche und Dramaturgie: Sven Stillich

Erzählstimme: Melina von Gagern

Zitatstimmen: Vanessa Wohlrath und Joachim Dicks

Original-Musik von: Philipp Püschel und Kai Sieverding

Redaktion: Christian Lerch, Joachim Dicks, Rebecca Leiter

Hospitanz: Lisa Ehrenburg

Videos: Sarah Gorf-Roloff

Produziert für SWR Kultur, NDR Kultur und ARD Kultur.